Dieser Workshop hat am Sonntag, 1.Oktober, von 9.00 bis 12.00 Uhr
stattgefunden. Die Ergebnisse der Diskussion könnt ihr auf der rechten
Seite lesen.
Experte in diesem Workshop:
Jürgen Forkel-Schubert, Umweltzentrum Karlshöhe (Hamburg)
Hier könnt Ihr Vorschläge für weitere Themen machen:
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Ergebnisse der Diskussion:
I. Die sechs teilnehmenden Kinder wählen einen Moderator
(Simon Besserer). Anschließend werden im mindmapping rund um den
Ausgangssatz ("In meiner Umgebung gibt es zu wenig Platz zum Spielen.")
Begriffe in freier Assoziation auf den großen Bogen Papier in der Mitte
des Raumes geschrieben. Dabei entstehen bereits nach wenigen Minuten erste
kritische Äußerungen: "Der Platz, wo wir spielen, ist zu weit
weg..." Allerdings erschöpft sich der erste "Schwung"
relativ schnell. Der Kigi-Moderator muss eingreifen und weiterhelfen ("Was
spielt Ihr denn so? Und dafür ist genug Platz bei Euch?"). Die Kinder üben
Kritik, indem sie Beispiele aus ihrer unmittelbaren Umgebung anführen: u.a.
von Privatgelände, das nun bebaut worden ist und als Spielplatz nicht mehr
zur Verfügung steht. "Unsere Spielplätze sind kaputt!"
Inhaltliche Modifizierung durch ein Kind: "Wir haben oft auch zu wenig Zeit
zum Spielen." Aber zu viel Platz zum Spielen könne es gar nicht geben.
  II.
Nach dem mindmapping Diskussionsrunde zum Thema "Spielen in der Stadt".
Kinder berichten über zu kleine Hinterhöfe und Straßen, durch
die die Autos durchrasen. "Meistens gibt es in der Stadt keine Spielmöglichkeiten,
und wenn, sind sie entweder ganz klein oder kaputt." Allerdings seien auch
neue Spielplätze gebaut worden. Teilweise sorge aber nicht einmal die Stadt
für Säuberung und Instandhaltung. Es fehlten Spielgeräte für
kleinere Kinder, vor allem denke man bei den Spielplätzen an die "Großen"
(12-15), oder der Fehler werde umgekehrt gemacht. Erarbeitete Ergebnisse werden
weiterhin auf dem Papierbanner dokumentiert.
III. Der Kigi-Moderator regt an, Forderungen und Selbstverpflichtungen
der Kinder auf die farbi-gen Zettel zu notieren. Arbeitsame Stille... Die
beschrifteten Zettel werden auf das Plakat geklebt. Die erarbeiteten Ergebnisse:
"Wir können darauf achten, dass wir nicht selber die Spielgeräte
kaputt machen." "Mehr Grün- und Spielflächen in Großstädten,
Flächen gemeinschaftlich nutzen" "Die Erwachsenen sollten Spielplätze
erneuern und reparieren, wir Kinder sollten aufpassen, dass die Spielplätze
nicht sofort wieder ruiniert werden." "Wir könnten selbst Briefe
an Politiker schreiben und Unterschriften sammeln für mehr Spielplätze."
"Die Politiker sollten vor allem für Spielplätze und -gerät
für kleinere Kinder sorgen." "Man könnte Initiativen zum
Erhalt von Spielplätzen starten." "Es sollte mehr Spielplätze
für alle Altersstufen geben." "Man sollte mehr Spielplätze
dort bauen, wo die Kinder wohnen."
IV.
Der Experte hilft mit weiterführenden Fragen, unter anderem zur
Aufstellung von Spielgerä-ten. Der Kigi-Moderator fordert zur Diskussion
der Forderungen und Verpflichtungen auf. Die Kinder berichten von exzessivem
Autoverkehr sowie Vandalismus auf Spielplätzen und vermuten das Fehlen von
geeigneten Treffpunkten für Kinder und Jugendliche als eine Ursache. Auch
das wird auf dem Banner niedergeschrieben. Der Experte fragt nach der Entfernung
zum nächsten Spielplatz und dem Weg dorthin: Es gebe zwar Zebrastreifen,
aber die Autos rasten trotzdem. Mit der Entfernung habe man weniger Probleme. Außerdem
seien auf den Dörfern viele Spielplätze inzwischen eher zu
Treffpunkten von Jugendlichen geworden ("aber wir dürfen da schon auch
hin").
V.
Die Kinder bestimmen die ihrer Meinung nach wichtigsten Ergebnisse als
Bestandteile des Zukunftsvertrags. Jedes Kind vergibt drei Punkte. Ergebnis:
Forderung nach mehr Grün- und Spielflächen als wichtigstes Anliegen,
danach Einrichtung von Jugendtreffs und Spielplätzen für alle
Altersklassen.
VI. Der Kigi-Moderator eröffnet ein neues Plakat. Die Kinder
sollen hier aufschreiben/malen, was ihrer Meinung nach auf dem idealen
Spielplatz vorhanden sein sollte (Experte: "Geld spielt keine Rolle!").
Kreative Explosion. Forderungen: Wasser, Abenteuerzonen, Dschungel ("mit
Tarzan und 'nem kleinen Lake - und Jane darf auch nicht fehlen..."), Hängematten,
Riesenrutsche, Hütten, Geheimgänge ("so 'ne Burg... mit Außenposten
und Rittersaal"), Wald, Streichelzoo, Klettermöglichkeiten,
Korbschaukeln, Kinderrestaurant, Bootsverleih (am besten mit Motorbooten),
Arena, Über-nachtungsmöglichkeit. Die Einrichtung einer "kleinen
Folterkammer" wird erwogen, aber wieder verworfen. Allerdings kommen die
Kinder zum Ergebnis, dass für einen solchen Spielplatz schon eine eigene
Spielplatzverwaltung erforderlich ist (Spielplatzverwalter wird im monatlichen
Turnus neu gewählt). Der Spielplatz erhält eine eigene
Telekommunikation. Erwachsene dürfen den Spielplatz nur - wegen seiner großen
Ausdehnung - als Busfahrer für die Kinder betreten. Aber keine "normalen"
Busse, sondern caddyartige Elektrowagen. Auch Jugendliche, zumindest die größeren,
sollen wegen der Randalegefahr keinen Zutritt haben. Allerdings regt sich hier
bald Widerspruch: "Wir sollten daran denken, dass wir auch irgendwann mal
16 sind." Es entsteht eine große Spielplatzkarte ("ganz Bayern müsste
man kaufen können für diesen Spielplatz"). Leichte
Desillusionierung: "Wir haben später bestimmt kein Geld, so einen
Spielplatz zu bauen..." - "Aber die CDU kann uns ja jetzt was spenden."
Nach Anregung durch den Experten Meinungsverschiedenheiten über die
Umsetzbarkeit des Konzeptes. Schließlich einigt man sich darauf, in jedem
Bundesland einen Spielplatz dieser Art zu bauen. Anreise mit Sonderbussen, für
den Besuch gibt's Wandertage der Schulen. Der Spielplatz wird durch die
Industrie gesponsert. Das Konzept entwickelt sich in der Diskussion weiter zu
einer Art "Kinderrepublik" mit nachwachsenden Rohstoffen (zumindest
beim Holz, durch den spielplatzeigenen Wald).
VII.
Der Kigi-Moderator lenkt die Diskussion zurück auf die drei
Forderungen des Workshops und ihren Bezug zum Spielplatzprojekt. Die Kinder
gehen an die Präzisierung und Erklärung ihrer bereits formulierten
Forderungen. Ergebnis:
1. "Wir fordern, dass mehr Freiflächen
für Fußball und andere Spiele angelegt sowie verwil-derte Grasflächen
für Abenteuerspielplätze in großen Städten zur Verfügung
gestellt wer-den."
2. "Oft beschädigen oder zerstören Jugendliche unsere
Spielplätze. Deshalb fordern wir, dass sich die Politiker des Falls
annehmen und Initiativen für Jugendliche starten, etwa mit Ju-gendtreffs."
VIII. Moderator und Experte fassen das Thema allgemeiner und
fragen die Kinder nach den Bus-verbindungen in ihrer Stadt. Die Kinder
beschweren sich über zu wenig Fahrradwege: "Fahr-rad Fahren geht
schon, aber eigentlich nur auf der Straße oder im Wald." Außerdem
sei Rad Fahren zu gefährlich, vor allem für Kinder. Die Kinder
entscheiden sich mehrheitlich, eine Forderung nach mehr Sicherheit im Straßen-verkehr
in ihre List aufzunehmen und die Forderung nach Spielplätzen für alle
Altersgruppen zurückzustellen.
3. "Wir fordern mehr sichere Fahrradwege in der Stadt."
IX. Zum Abschluss wählen die Kinder einen Sprecher (Philipp)
und formulieren ihre Selbstver-pflichtungen. Ergebnis:
1. "Wir verpflichten uns, auf unseren Spielplätzen nichts
absichtlich zu zerstören."
2. "Wir verpflichten uns, möglichst viel mit dem Fahrrad zu
fahren, sobald sichere Fahrrad-wege gebaut worden sind."
3. "Wir
verpflichten uns, Politikern unsere Probleme mitzuteilen und uns für deren
Lösung einzusetzen." . |