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Kindergipfel 2000: Workshop

Kinderrechte International


Dieser Workshop hat am Sonntag, 1.Oktober, von 15.00 bis 18.00 Uhr stattgefunden. Die Ergebnisse der Diskussion könnt ihr auf der rechten Seite lesen.

Experten in diesem Workshop:

Experimental Theater Foundation, Indien


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Hier könnt Ihr Vorschläge für weitere Themen machen: Mein Vorschlag

Ergebnisse der Diskussion:

"Alle Kinder haben das Recht auf ein Leben ohne Bedrohungen und Schadstoffe"
Protokoll Workshop Kinderrechte (01.10.00, 15-18 Uhr)



I. Die Gruppe "Experimental Theatre Foundation" (ETF) aus Mumbai/Bombay (Indien) nimmt am Workshop teil, deshalb wird er zunächst zweisprachig geführt. Am Workshop nehmen 19 deutsche Kinder teil. Moderatorin ist Anna Saurer, Protokollantin Julia Schneider. Die "Experimental Theatre Foundation" stellt sich vor. Die deutschen Kinder stellen den indischen Kindern Fragen über Kinderarbeit in ihrem Heimatland. Die Inder berichten, dass in Indien rund 110 Millionen Kinder ab drei Jahren arbeiten müssen. Einige der anwesenden Kinder berichten von ihrer Arbeit in Schuhfabriken oder bei der Schmuckherstellung. Sie berichten auch, wie sie zur ETF gekommen sind. Zumeist wurde die Gruppe von ihren Eltern "entdeckt", die sich daraufhin für Kinderrechte einsetzten und ihre eigenen Kinder aus der Arbeit befreiten. Die indischen Kinder und ihr Gruppenleiter möchten wissen, wie der Schulalltag in Deutschland aussieht und welche Rechte Kinder in der Schule haben. Ob es auch in Deutschland Kinderarbeit gebe, wird gefragt.

Auf die Antwort, laut Gesetzestext sei Kinderarbeit unter 14 Jahren verboten, folgt die entwaffnende Antwort, das sei auf dem Subkontinent genauso. Die folgende Debatte entspinnt sich vor allem an der Frage, welche Bedeutung Bildung für Kinder hat und warum sie ein elementares Kinderrecht darstellt. Meinung des indischen Gruppenleiters: Wichtigstes Kinderrecht ist das der freien Äußerung von Meinung und Bedürfnissen, alles andere kommt dann - nach der Artikulierung von konkreten Forderungen - mehr oder weniger von allein. Die deutschen Kinder betonen vor allem die Bedeutung von Bildung für das Berufsleben und für die finanzielle Lage. Dem halten die Inder entgegen, dass es bei ihnen viele Superreiche ohne jede Bildung gebe. Die Trennung von Bildung und Schule ist der nächste Punkt der Diskussion. Bildung könne man auch ohne Schule erlangen. Nach Ansicht des indischen Gruppenleiters ist Bildung vielmehr notwendig, um zu entdecken, welche Fähigkeiten der einzelne hat. Bildung dürfe nicht nur mit Arbeit in Verbindung gebracht werden, sondern sei eine universellere Angelegenheit. Zum Abschluss möchten die Inder noch wissen, wie viele "Welten" es auf der Erde gebe. Die Antwort: "Eine natürlich - die Menschen sind schließlich alle gleich. Und deswegen leben wir in einer Welt. Naja, ein bisschen verschieden sind unsere Welten schon..."
Mit einem Artikulationsspiel beendet die ETF ihren Besuch.

II. Zum eigentlichen Workshop-Thema "Kinderrechte" wird nun ein Brainstorming veranstaltet. Die Kinder wählen aus ihren Reihen einen Moderator und schreiben auf das Papierbanner in der Mitte des Raumes ihre Forderungen an die Politiker und ihre Selbstverpflichtungen.

Die Forderungen:

"Kinder in allen Ländern haben das Recht auf Meinungsfreiheit."

"Allgemeine Aufklärung über Kinderrechte ist notwendig."

"Die Erwachsenen sollen den Kindern zuhören und sie ausreden lassen."

Die Selbstverpflichtungen:

"Wir sollten unsere Meinungen auch vertreten und für sie kämpfen."

"Wir Kinder haben das Recht, auch mal Nein zu sagen. Wir sollten uns trauen, öfter mal die Meinung zu sagen."

"Wir sollten uns mehr mit Kinderrechten auseinandersetzen."


III. Die vorformulierten Forderungen und Selbstverpflichtungen werden präzisiert und ausgeführt.

Die Ergebnisse:

1. "Erwachsene und Politiker sollen Kinder ausreden lassen, ihnen zuhören und sie vor Entschlüssen nach ihrer Meinung fragen."

2. "Wir fordern, dass die Kinder über ihre Rechte aufgeklärt werden."

3. "Alle Kinder auf der Welt haben die selben Rechte, vor allem das der Meinungsfreiheit."



1. "Wir Kinder vertreten unsere Meinung und verteidigen unsere Rechte."

2. "Wir wollen uns mehr mit Kinderrechten auseinandersetzen."

3. "Wir wollen versuchen, so viele Menschen wie möglich auf die Kinderrechte aufmerksam zu machen." Abschließend wählen die Kinder eine Präsentatorin für die Veranstaltung im Big Tipi.




Der Kindergipfel ist ein Projekt der Naturfreundejugend Deutschlands

und der Zeitschrift

mit Unterstützung durch

der Akademie Remscheid für musische Bildung und Medienerziehung
Gefördert durch die Stiftung Jugendmarke

Letzte Änderung am 02.04.2001 durch Günter Klarner