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20. August 2000:

Der Kindergipfel 2000

Kinder überreichen dem Bundeskanzler einen Zukunftsvertrag mit klaren Forderungen nach weniger Autos und mehr Umweltschutz

Die Naturfreundejugend Deutschlands hat am Wochenende in Hannover den "Kindergipfel 2000" veranstaltet. Kinder zwischen 12 und 15 Jahren sind zusammen gekommen, haben ihre Vorstellungen von einer lebenswerten Zukunft zusammen getragen und ihre Wünsche und Forderungen im einem Zukunftsvertrag zusammengefasst. Diesen Vertrag haben sie am heutigen Montag Nachmittag Bundeskanzler Gerhard Schröder überreicht, der mit den Teilnehmern des Kindergipfels über ihre Forderungen diskutierte. Der Kanzler traf die Kinder im Big Tipi der Kinder- und Jugendverbände auf der EXPO, dem größten Indianerzelt der Welt.

Ein sichtlich gut gelaunter Kanzler sah sich dabei mit klaren Forderungen der jungen Staatsbürger konfrontiert, die sich mit ausweichenden Antworten nicht zufrieden gaben. "Geht nicht gibt's nicht", so ein elfjähriger Teilnehmer aus dem württembergischen Schramberg.

Weiterhin ist der Umweltschutz ein wichtiges Thema für Kinder und Jugendliche. Da sie über ökologische Zusammenhänge bestens informiert sind, war ihre Forderung eindeutig: Die Bundesregierung müsse den Umweltschutz ernster nehmen, noch immer gäbe es zu wenig Wärmedämmung und zu viele Schadstoffe in der Luft. "Seine Zigarre darf der Kanzler aber behalten", so eine Teilnehmerin augenzwinkernd.

Schießlich forderten die Kinder den "Automann" Schröder auf, dafür zu sorgen, dass in den Wohngebieten und vor Schulen der Autoverkehr zurückgedrängt wird. Sie schlugen autofreie Sonntage vor und unterstützten ihn in seinem Bemühen, bei der Ökosteuer Kurs zu halten. Allerdings wollen die Teilnehmer des Kindergipfels die Einnahmen ausschließlich für Umweltprojekte verwendet wissen.

Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt äußerte in seinem Grußwort an die Kinder: "Kinder nutzen Straßen als Treffpunkt und als Raum zum Spielen... Die Bundesregierung wird sich auch künftig ... dafür einsetzen, die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr sowie die Qualität des Wohnumfeldes zu verbessern." Seine Schlussfolgerung blieb nach Meinung der Kinder aber zu allgemein und unverbindlich.

Vorgestellt und dem Kanzler überreicht wurde der Zukunftsvertrag während der Diskussionsveranstaltung "Das ist der Gipfel auf der Expo - SR-Redezeit für Kinder" in Kooperation mit dem Saarländischen Rundfunk, moderiert durch Barbara Renno. Die Kinder fordern die Politiker nun auf, sich für den von ihnen erarbeiteten Zukunftsvertrag stark zu machen. Der Bundeskanzler hat den Kindern fest versprochen, auch zum nächsten Kindergipfel im Jahre 2002 zu kommen. Dann wird die Umsetzung des Zukunftsvertrages von den Kindern überprüft werden.

Anschließend wurden die Ergebnisse des Kindergipfels mit Bundestags-abgeordneten aller Fraktionen und der Kinderkommission des Deutschen Bundestages diskutiert. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung hatte Bundestagspräsident Wolfgang Thierse übernommen.

Eröffnet wurde der Kindergipfel vom Hannoveraner Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg, der gemeinsam mit den Teilnehmern die Kindergipfeltorte anschnitt. Er dankte der Naturfreundejugend Deutschlands für die Ausrichtung des Kindergipfels und beschrieb das Nebeneinander von über 170 Nationen auf der EXPO als Modell für das friedliche Zusammenleben der Völker. Nur so könnten weltweite Probleme wie Kinderarmut und Hunger gelöst werden.

Die Naturfreundejugend Deutschlands setzt mit der Ausrichtung des Kindergipfels ihre erfolgreiche Aktion "Kinder haben Rechte - Kinderrechte" fort. Ein wichtiges Ziel des Kinder- und Jugendverbandes ist es, Kinder für die Um-welt und deren Schutz zu sensibilisieren. Aber auch die Kinderrechte werden bei der Naturfreundejugend Deutschlands schon immer groß geschrieben. Der Verband mit zahlreichen Kinder- und Jugendgruppen in Stadt und Land weiß aus seiner eigenen Arbeit, dass Kinder eigenständige Rechte haben, für die sie selbstbewusst eintreten können. Häufig wird ihr oft früh erwachendes politisches und gesellschaftliches Interesse aber enttäuscht, zum Beispiel, wenn Erwachsene sie nicht ernst nehmen oder ihre in Kinder-parlamenten oder im Rahmen von Agendaprozessen eingebrachten Wünsche und Forderungen als unrealistisch abtun.

Der Text des Zukunftsvertrages und weitere Informationen zum Kindergipfel 2000 finden sich im Internet unter www.kindergipfel.de.

Für Rückfragen: Ansgar Drücker 0171 - 95 88 024

Belegexemplar erbeten!

Redaktion: Ansgar Drücker Verantwortlich: Hans-Gerd Marian (V.i.S.d.P.)

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Der Kindergipfel ist ein Projekt der Naturfreundejugend Deutschlands

und der Zeitschrift

mit Unterstützung durch

der Akademie Remscheid für musische Bildung und Medienerziehung
Gefördert durch die Stiftung Jugendmarke

Letzte Änderung am 20.08.2000 durch Günter Klarner