Extra Rechte für
Kinder? Ja!
Was man selber für die Zukunft tun
kann:
Aktionen, damit Ihr Euch in Eurer Umwelt wohl
fühlt
Ihr könnt Euch an Protestaktionen, z.B. gegen geplante
Müllverbrennungsanlagen oder die Umgehungsstraße
beteiligen. Erwachsene unterstützen Euch bestimmt bei
Unterschriftenaktionen, um an einer stark befahrenen Straße einen
Zebrastreifen oder eine Ampel zu fordern. Ebenso könnt Ihr Euch um die
Begrünung der Stadt bemühen. Denn: Bäume filtern den
Dreck aus der Luft. Bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung könnt Ihr
leicht herausfinden, welches Amt dafür zuständig ist. Oder Ihr fragt
gleich den Bürgermeister.
In manchen Städten und Gemeinden gibt es auch
sogenannte Agenda-Gruppen, die sich schon um die Zukunft des Ortes in dem ihr
wohnt kümmern. Um diese Gruppen zu finden fragt ihr am besten bei der
Stadt nach oder seht euch die Internetseiten eurer Heimatstadt an.
Auch viele andere Verbände und Vereine, wie zum
Beispiel die Naturfreundejugend bemühen sich darum, etwas für eine
lebenswertere Zukunft zu tun.
Schaut euch um, fragt bei der Stadt oder den Vereinen an,
lest in der Zeitung, was es so gibt oder nutzt das Internet. Werdet aktiv! Wenn
ihr noch genauer wissen wollt, wie ihr eine Aktion starten könnt oder wie
ihr eine eigene Gruppe gründen könnt, schreibt uns eine
Mail!
Manchmal braucht Ihr vielleicht eher das Gefühl, in
Eurem eigenen Umfeld etwas für Eure eigene Umwelt zu tun. Auch hier gibt
es eine ganze Menge Möglichkeiten, die auch für Einzelpersonen
geeignet sind.
So könnt Ihr z.B. den ganz normalen "Englischen Rasen"
in einem Garten in eine Wildblumenwiese verwandeln, wenn Ihr ein paar Samen aus
einer bunten Samenmischung aussäht. Die Natur tut Ihr übriges - und
Ihr könnt beobachten, wie aus dem langweiligen grünen Rasen eine
bunte Wiese wird. Die Natur lebt!
Oft sind Gärten aber auch um den Rasen herum ziemlich
eintönig angelegt. Ihr könnt Euren Garten aufpeppen durch Stauden,
verschiedene Wildsträucher etc. Auch hier gilt - wie sooft -
Vielfalt statt Einfalt. Eine bunte Artenvielfalt sieht nicht nur besser
aus, sie schafft auch mehr und unterschiedlichere Lebensräume für
Tiere und Pflanzen.
Eine Ökobande gründen
Schließt Euch mit Freunden und Freundinnen zusammen.
Zusammen geht vieles besser: Ihr habt mehr Ideen, manche Idee wird besser, wenn
sie gemeinsam diskutiert wird. Und es macht natürlich mehr Spaß.
Denkt Euch einen Namen aus. Und schreibt Euch alle Aktivitäten auf. Macht
dazu Fotos - dann habt Ihr später Bilder für die Zeitung. Ihr
könnt Euch natürlich auch Anstecker oder Aufnäher (z.B.
Baumwollstückchen mit Stoffarbe bemalt) machen. Denkt Euch ein Zeichen
für Eure Bande aus! Ein regelmäßiger Treffpunkt ist was
feines... (vielleicht ein Baumhaus?). Wie Ihr Interessierte findet? Macht
kleine Plakate, die Ihr aushängt: "Wir gründen eine Ökobande
(oder Umweltdetektive, oder Umweltforscher, oder...). Treffpunkt: am.... um....
in.... Kommt alle! Das stinkt uns:....."
Situationen erforschen
Das ist zumeist der erste Schritt. Euch stinkt etwas ganz
gewaltig: Zuviel Autos in Eurem Viertel, ständig stinkt's, Hundekacke auf
der Wiese, kein Platz zum Spielen oder skaten, dafür aber überall
Parkplätze, keine Chance, über die Straße zu kommen. Haltet
alles fest, was Euch stört. Und beschreibt es. Und dann sammelt
Informationen darüber. Wie viel, wie oft, wann: sammelt Zahlen.
Informationsquellen können sein: die Stadtverwaltung, Kreisverwaltung,
Naturschutzbehörden, Umweltamt, aber auch Fachleute, wie der
Umweltschutzbeauftragte, Umweltorganisationen, Eure Lokalzeitung
(regelmäßig lesen oder anrufen). Und in nahezu jeder Schule gibt es
Umwelt-AGs oder engagierte Lehrer.
Fotoserie machen
Wenn Ihr einen Fotoapparat habt, könnt Ihr Situationen
fotografieren, die Euch ärgern. Besorgt Euch einen Stadtplan, auf dem Ihr
die Plätze, an denen Ihr fotografiert habt, markiert. Oder Ihr malt einen.
Die Karte könnt Ihr auf eine große Pappe kleben.
Die Pappe könnt Ihr aus großen Kartons ausschneiden, die Ihr in
Elektroläden bekommern könnt (Verpackung von Waschmaschinen,
Kühlschränken, Herden, Fernsehern usw.). Die Pappen könnt Ihr
mit Plakafarbe oder Abtönfarbe oder auch Wasserfarbe bunt machen. Dann
klebt Ihr Eure Fotos oder Zeichnungen daneben. Mit Wollfäden, die Ihr
zwischen Foto und der Karte spannt, könnt Ihr deutlich machen, wo die Orte
sind, an denen Ihr Eure Aufnahmen gemacht habt.
Plakate entwerfen
Malt Plakate zu allen Problemen, die Ihr gefunden habt. Und
mit Ideen, wie das sein könnte, wenn Ihr was zu sagen hättet. Und
hängt sie auf. Im Fenster des Metzgers zum Beispiel. Oder in Läden.
Oder der Bibliothek, der Schule, Sparkasse, im Jugendzentrum...
Ausstellung machen
Alles was Ihr fotografiert, gezeichnet habt, Eure Plakate
und Vorschläge könnt Ihr zu einer Ausstellung zusammenstellen. Und im
Jugendzentrum, der Schule, Eurer Bibliothek, der Sparkasse ausstellen. Mit
einer Ankündigung Eures nächsten Treffens. Ladet die Zeitung ein. Und
bittet Erwachsene um Hilfe. Vielleicht habt Ihr schon Vorschläge: "was wir
anders machen würden..."
Film drehen
Ihr habt eine Videokamera? Oder eine Video-AG in Eurer
Schule oder im Jugendzentrum? Dann dreht doch einen Film. Als Dokumentation.
Oder als Öko-Krimi...
Comic zeichnen
und dann an Eure Schülerzeitung schicken. Oder an die
Lokalzeitung. Oder an die Kidspower, die Kinderzeitung der Naturfreundejugend
Deutschlands...
Interviews
Befragt Bürger oder PolitikerInnen. Zum Beispiel: "Wir
finden, daß in der Dingsbumsstraße zu viel Verkehr ist. Was meinen
Sie dazu?"
Benutzt ein tragbares Tonbandgerät, um die Antworten
aufzuzeichnen. |