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Der Kindergipfel 2000:
Der Zukunftsvertrag




Wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kindergipfels 2000, haben uns vom 30. September bis zum 2. Oktober in Hannover mit unseren Zukunftsvorstellungen und Erwartungen an die Politik in Deutschland beschäftigt. Wir haben unsere Wünsche und Forderungen, aber auch unsere Selbstverpflichtungen in einem Zukunftsvertrag zusammengefasst. Wir bieten dem Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, der Kinderkommission des Deutschen Bundestages und allen Abgeordneten an, diesen Vertrag mit uns zu schließen. Wir Kinder werden seine Umsetzung in zwei Jahren überprüfen.



Für Verkehr mit Zukunft

Forderungen

1. Um der Luftverschmutzung entgegen zu treten, muss auf jeden Fall der Verkehr weniger werden. Das kann man dadurch erreichen, dass öffentliche Verkehrsmittel preiswerter werden.
2. Die Ökosteuer soll beibehalten werden, unter anderem für die Steigerung des öffentlichen Personenverkehrs und die Förderung von Projekten zur ökologischen Energiegewinnung.
3. Wir fordern den Bau von neuen und sicheren Fahrradwegen und die Reparatur der alten Fahrradwege.
4. Wir fordern Tempobeschränkungen, die durch mehr Radarkontrollen überprüft werden. Außerdem sollte im ganzen Straßenverkehr mehr auf die Kinder geachtet werden.
5. Wir fordern regelmäßige autofreie Tage, die durch Werbung angekündigt werden.


Selbstverpflichtungen

1. Wir wollen andere Leute dazu anregen, mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Wir selbst wollen es auch versuchen.
2. Wir verpflichten uns, möglichst viel mit dem Fahrrad zu fahren, sobald sichere Fahrradwege gebaut worden sind. Außerdem wollen wir, wenn es möglich ist, die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.
3. Wir wollen unsere Eltern auffordern, häufiger Fahrgemeinschaften zu bilden, beispielsweise zum Elternabend in der Schule.



Für eine Umwelt mit Zukunft

Forderungen

1. Wir wollen, dass der Wald erhalten bleibt, zum Beispiel durch mehr Nationalparks.
2. Wir fordern, dass Seen und Flüsse besser vor Verschmutzungen geschützt werden, damit sie sich langsam selbst reinigen können.
3. Wir fordern, dass der Bau und die Modernisierung von Kläranlagen staatlich stärker gefördert und der Betrieb der Anlagen strenger kontrolliert wird. Gleichzeitig müssen Maßnahmen zum Wassersparen gefördert werden.
4. Wir fordern, dass Entwicklungsländer bei der Absicherung ihrer Trinkwasserversorgung und der Reinigung ihrer Abwässer besser unterstützt und beraten werden.
5. Wir wollen, dass alternative Energien, zum Beispiel die Solarenergie, gefördert werden.
6. Wir fordern die Einführung eines "Energiesparbonus" und die Bestrafung bei sehr hohem Energieverbrauch. Die eventuell daraus entstehenden Gewinne sollen wie die Ökosteuer für Umweltprojekte eingesetzt werden.
7. Wir fordern, dass die tatsächlichen Kosten für Atomstrom berücksichtigt werden. Wir fordern, dass am Ausstieg aus der Atomenergie festgehalten wird. Die Atomstromimporte aus dem Ausland und Atommüllexporte in das Ausland sollen unterbunden werden.
8. Wir fordern, dass mehr Freiflächen für Fußball und andere Spiele angelegt sowie verwilderte Grasflächen für Abenteuerspielplätze in großen Städten zur Verfügung gestellt werden.
9. Wir fordern artgerechte Tierhaltung, zum Beispiel die Abschaffung der Käfighaltung bei Hühnern.
10. Wir Kinder fordern weniger Chemie im Essen und eine verständliche Darstellung der Inhaltsstoffe von Lebensmitteln auf den Verpackungen.


Selbstverpflichtungen

1. Wir wollen selbst so viel wie möglich Wasser sparen, zum Beispiel beim Duschen (kurz), Baden (selten) und beim Autowa-schen.
2. Wir wollen, wo immer möglich, Trinkwasser durch Regenwasser ersetzen.
3. Wir wollen durch Aktionen zur Aufklärung beitragen über den Umgang mit Wasser und alle Probleme, die damit zusammenhängen.
4. Wir wollen sparsamer mit Papier umgehen.
5. Wir versuchen, zum Beispiel in der Schule und zu Hause, andere Menschen über die Ursachen von Waldschäden aufzuklären und ihnen zu sagen, was sie dagegen tun können.
6. Wir wollen unseren Müll trennen.
7. Wir werden Energie einsparen.
8. Wir werden Projekte zum Thema Energie durchführen und uns dafür einsetzen, dass möglichst alle Neubauten in unseren Städten und Gemeinden nach neuesten ökologischen Kriterien realisiert werden.
9. Wir werden nicht so viel Süßes essen, sondern mehr nährstoffreiche Produkte, wie zum Beispiel Obst und Gemüse. Wir werden uns abwechslungsreich ernähren.
10. Wir werden auch andere auffordern, biologische Lebensmittel zu essen.



Für eine gerechte Zukunft

Forderungen

1. Wir fordern mehr finanzielle Hilfen für einkommensschwache Familien in Deutschland.
2. Wir fordern mehr soziale und finanzielle Unterstützung für Flüchtlinge.
3. Wir fordern, dass den Entwicklungsländern die Schulden erlas-sen werden und dass bei neuer Kreditaufnahme die Zinsen stark reduziert werden.
4. Da Kinder am meisten unter Krieg leiden, fordern wir besonders starken Einsatz für gewaltlose Friedenssicherung in der ganzen Welt.


Selbstverpflichtungen

1. Wir garantieren, dass wir dafür kämpfen, dass alle Kinder gleichberechtigt behandelt werden.
2. Wir garantieren, dass wir mehr Aktionen für Kinder und Famili-en starten, die sich nicht viel leisten können.
3. Wir garantieren, dass wir beim Einkauf auf Produkte aus fairem Handel und auf faire Preise achten.
4. Wir wollen uns für die Abschaffung der Wehrpflicht einsetzen.



Für Kinderrechte in Zukunft

Forderungen

1. Alle Kinder auf der Welt haben Rechte. Am wichtigsten ist uns die Meinungsfreiheit.
2. Kinder sollen über ihre Rechte aufgeklärt werden.
3. Erwachsene und Politiker sollen den Kindern zuhören, sie aussprechen lassen und vor Entschlüssen nach ihrer Meinung fragen.
4. Oft beschädigen oder zerstören Jugendliche unsere Spielplätze. Deshalb fordern wir, dass sich die Politiker des Falls annehmen und Initiativen für Jugendliche starten, etwa mit Jugendtreffs.
5. Wir fordern Aufklärung über die Ursachen von Gewalt ab der Grundschule.
6. Wir fordern von allen Politikern gemeinsam ein aktives Eintreten gegen Gewalt.
7. Wir fordern mehr Sicherheit in den Städten vor Gewalt.


Selbstverpflichtungen

1. Wir Kinder vertreten unsere Meinung und verteidigen unsere Rechte!
2. Wir wollen uns mehr mit Kinderrechten auseinandersetzen.
3. Wir versuchen so viele Leute wie möglich auf die Kinderrechte aufmerksam zu machen.
4. Wir verpflichten uns, auf unseren Spielplätzen nichts absichtlich zu zerstören.
5. Wir verpflichten uns, Politikern unsere Probleme mitzuteilen und uns für deren Lösung einzusetzen.
6. Wir wollen keinen Hass gegenüber anderen Menschen entwickeln.
7. Wir wollen nach dem Grundsatz handeln: "Alle Menschen sind gleich."




Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kindergipfels Hannover, den 2. Oktober 2000


Naturfreundejugend Deutschlands
Bundesleitung
Haus Humboltstein
53424 Remagen
www.naturfreundejugend.de
nfjd@naturfreundejugend.de




Der Kindergipfel ist ein Projekt der Naturfreundejugend Deutschlands

und der Zeitschrift

mit Unterstützung durch

der Akademie Remscheid für musische Bildung und Medienerziehung
Gefördert durch die Stiftung Jugendmarke

Letzte Änderung am 01.10.2000 durch Günter Klarner