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Themenbereich: Kinderrechte
Konstantin: Nun kommen wir zum nächsten Punkt, das sind die
Kinderrechte.
Peter: Ich bin der Peter, ich komme aus Schramberg.
Nina: Ich bin die Nina und komme aus Frankfurt.
Peter: Wir waren im Workshop Kinderrechte und wir haben darüber
diskutiert und sind auch zu Ergebnissen gekommen.
Nina: Wir haben festgestellt, dass viele gar nicht wussten, was
sie überhaupt für Rechte haben. In der Schule und so, und vielleicht
Plakate in der Schule aufgehängt werden, dass mehr wissen, was sie überhaupt
für Rechte haben.
Peter: In Deutschland ist es ja eigentlich nicht so schlimm, da
wird das ja auch beachtet, aber in anderen Ländern, z.B. in Indien, wo es
mit Kinderarbeit arg schlimm ist, da ist es dann halt schon ziemlich brutal. Und
deswegen sollen alle Kinder in allen Ländern ihre Meinungsfreiheit und ihre
Rechte haben.
Sven Brosche: Die UN-Kinderrechtskonvention hat ja den einen großen
Vorteil, dass sie einmal zusammen gestellt hat, welche Rechte es für Kinder
gibt. Und ich glaube, wir sind da auf einem ganz guten Weg, selbst wenn wir da
immer noch anmahnen müssen, dass diese Kinderrechte auch allen Kindern
bekannt gemacht werden müssen. Das ist sogar eine Aufforderung in dieser
Konvention selber. Und ich glaube, da müssen sich alle Beteiligten, ob
Schulen, Politiker, Eltern und auch die Kinder und Jugendlichen selber weiter für
deren Verbreitung einsetzen. Ich glaube nicht, das war der zweite Punkt, dass in
Deutschland die Kinderrechte und deren Verwirklichung nicht so viele Probleme
macht. Natürlich kann man das nicht vergleichen mit bestimmten Rechten auch
auf Ernährung und Gesundheit mit der Dritten Welt. Da geht es dann den
Kinderrechten in Deutschland ganz gut. Aber was das große Problem ist,
dass diese Kinderrechte, soweit sie uns in Deutschland betreffen, sehr stark
davon abhängig sind, dass sie von den Erwachsenen respektiert werden. Es
lassen sich manche Kinderrechte, etwa z.B. das Recht auf Respekt oder auf
Achtung, ganz schwer vor Gericht einklagen. Wenn die Achtung nicht passiert,
kann man da nicht zu irgend jemand hingehen und sagen, jetzt sei mal freundlich
zu mir. Der eine Junge hat vorhin ganz gut gesagt, ich brauche eigentlich
Eltern, die sich nicht streiten oder ich brauche zumindest Eltern, die den
Streit nicht auf meine Kosten machen. Und das ist auch ein Recht, das Recht der
Kinder auf einen angemessenen Umgang seitens der Erwachsenen. Aber zu welchem
Gericht gehe ich damit, wen klage ich an? Und deswegen müssen wir diese
Frage der Rechte, auch des Respekts vor Kindern immer wieder gemeinsam bereden,
und auch dann in konkreten Situationen sagen, hier fehlt der Respekt. Hier sind
die Erwachsenen dran und hier haben die Kinder auch ein Recht, dass dieser
Respekt ihnen auch erbracht wird.
Teilnehmerin: Also, ich wollt Ihnen eigentlich vollkommen Recht
geben, aber was ich noch mal als Beispiel sagen wollte: Z.B. in jeder Schule hängt
eine Hausordnung, ein Plan z.B. , wie man rauskommt, wenn Feuer ist, aber
nirgends sieht man die Kinderrechte und ich denk' mal, wenn man zum Direktor
geht, wird man eigentlich auch nur ausgelacht.
Sven Borsche: Ich denke, dass das zum großen Teil stimmt.
Und was mich da eben auch sehr beschäftigt, ist das, was wir etwa in der
Schule und auch selbst im Kindergarten schon an Regelungen haben, Kinder in
ihrem So-Sein, wie sie sind, zu beachten, und ihnen auch Möglichkeiten zu
geben, aus dieser Situation mitzuwirken, darüber reden wir sehr viel
weniger, als über bestimmte Missstände oder über Gewalt, die zwar
auch wichtig sind, aber wir können sie eigentlich nur da, wo die Kinder
sind, selber lösen und da müssen wir auch noch einiges besser machen.
Denn da fehlen auch keine Rechte. Die Rechte sind da. Auch die Mitwirkungsrechte
in der Schule sind da. Nur es wird ganz wenig davon Gebrauch gemacht. Und wie
wir das gleich vielleicht auch einmal aushängen in der Schule zum Beispiel
und nicht nur aushängen, dass was Kinder und Jugendliche nicht dürfen,
sondern dass wir das aushängen, was sie dürfen oder was sie können,
da können wir eine ganze Menge machen und da sind wir alle aufgefordert.
Teilnehmer: Ich wollte noch sagen, hier das Bild, das haben wir
auch in Schramberg gemalt. Da ist die Friedenstaube, ein Herz, wo ein Junge und
ein Mädchen drin ist, und da durften dann die Kinder einfach malen, was
ihnen sehr gut gefällt. Ich meine, das gilt für alle Kinder, dass man
einfach malen kann, was man will, es gibt verschiedene Meinungsfreiheiten und
man kann das denken, was man will.
Teilnehmerin: Also, die Kinder, die da Kinderarbeit machen, die
können halt auch nicht in die Schule und ich finde, die haben genau so ein
Recht auf Schule, wie wir das haben.
Teilnehmer: Wir können in die Schule gehen und uns über
den Beruf entscheiden, und die haben keine Wahl, sich auszudenken, was sie
machen wollen, sondern sie müssen arbeiten, weil ihre Eltern zu wenig Geld
haben und dass sie die Familie mit ernähren.
Detlev von Larcher: Erst mal möchte ich einen Vorschlag
machen zu dem Aushang der Kinderrechte in der Schule. Versucht es doch einmal über
eure Schülervertretung. Das soll eure Schülervertretung beschließen.
Probiert's einfach mal aus. Zum zweiten will ich jetzt sagen, was ihr gerade
angesprochen habt. Da seid ihr ja bei dem Thema, was vorhin auch schon hier zur
Sprache gekommen ist. Das ist völlig richtig. Wenn die Eltern nicht genug
verdienen können, um den Kindern zu beißen zu geben, dann entsteht
das Problem der Kinderarbeit. Und deswegen hängt hier beides zusammen, die
wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Entwicklungshilfe und das Recht der
Kinder. Das Verbot der Kinderarbeit ist nur durchsetzbar, wenn die reiche Welt
auch dafür sorgt, dass die arme Welt selber wieder auf die Füße
kommt und darüber habt ihr schon gesprochen.
Teilnehmerin: Sie haben ja schon gute Vorschläge gemacht.
Aber was, glauben Sie, können Sie konkret, die Politik, was können Sie
machen? Das ist jetzt noch nicht so rausgekommen, für mich zumindest nicht.
Ich habe noch nicht gehört, was Sie machen wollen oder können.
Detlev von Larcher: Doch, der Kanzler hat doch erzählt,
dass er z.B. den 20 ärmsten Ländern die Schulden erlässt. Das ist
ein Punkt. Damit darf es nicht zu Ende sein, sondern wir müssen von der
Entschuldung der Dritten Welt kommen. Da gibt es Initiativen,
Entschuldungsinitiativen, die eben mehr wollen, als das, was bisher in den üblichen
Verfahren zwischen Schuldnern und Gläubigern, also zwischen denen, die das
Geld bekommen haben und denen, die es gegeben haben, dass solche Verfahren so
verändert werden, dass diejenigen, die verschuldet sind, mehr Rechte
bekommen. D.h., ich persönlich kann mir vorstellen, dass es so etwas wie
ein Insolvenzrecht, also ein Recht wie abgewickelt wird, wenn jemand überschuldet
ist, so dass er eben nicht wirtschaftlich kaputt geht, dass so etwas auf
internationaler Ebene gemacht wird. Ich weiß aber die politischen Widerstände
sind insbesondere bei den reichen Ländern sehr stark. Es wird also noch
lange dauern. Aber das wäre sehr wichtig. Und wirtschaftliche
Zusammenarbeit bedeutet dann eben, dass auch in Entwicklungsländern mehr
Arbeitsplätze vorhanden sind und dass dann eben die allgemeine Armut
abnimmt.
Konstantin: Es kann ja nicht sein, dass damit Schluss ist, dass
die Schulden erlassen werden. Man kann doch Druck machen auf die Länder,
dass sie dafür sorgen, dass es mehr Möglichkeiten gibt, dass z.B. die
Schule kein Geld kostet. Die Leute in den armen Ländern - wir hatten im
Projekt Armut eine Musikgruppe aus Afrika, ein Straßentheater, eine Straßenmusikgruppe
- die Schule kostet das Achtfache von dem, was die Eltern verdienen. Und das
kann doch nicht sein. Man muss dafür sorgen, dass in diesen Ländern
die Kosten für die Schule wegfallen und das kann man doch mit Druck machen.
Die Ländern sind doch von den reichen Ländern abhängig.
Detlev von Larcher: Jetzt müssen meine Kollegen auch mal
wieder zu Wort kommen. Ich gebe dir völlig recht. Das genügt nicht,
wenn man kurz sein will, sagt man auch nicht alles. Der Kanzler hat gesagt, die
Entschuldung wird auch an Bedingungen geknüpft für demokratische
Entwicklung in den Ländern, denen man die Schulden erlässt, für
dem Aufbau einer Zivilgesellschaft, dazu gehören die Menschenrechte und das
Recht auf Schule. Aber auch da können wir alle selber was machen. Also in
meinem Ort, in Weyhe, gibt es schon seit Jahren Run for Help, ich weiß,
das gibt es auch in anderen Orten, das heißt, da suchen sich die Schüler
Sponsoren, die für jeden Kilometer so und soviel Mark spenden. Und da haben
sie schon vier Schulen in Mosambik gebaut und jetzt am nächsten Samstag
wird wieder so etwas sein, da werde ich auch wieder mitlaufen. Also beides gehört
zusammen, materielle Hilfe und die Ermahnung, die du ausgesprochen hast.
Anne: Wer möchte, kann kurz antworten, denn die Zeit drängt
leider. Wenn es noch sehr dringende Sachen sind. Es wäre schön, wenn
noch gehen würde, dass danach noch einmal was beredet wird, und würde
sagen, dass wir mit dem nächsten Thema weiter machen, damit alle Themen
halt auch mal hier besprochen werden.
Teilnehmerin: Von unserer Klasse haben wir auch ein Projekt
gestartet, wo wir Kindern im Iran Briefe geschrieben haben, und haben da jetzt
Brieffreundschaften entwickelt. Und ich glaub, da muss man auch mal ein bisschen
mehr Projekte starten.
Teilnehmerin: Wir haben da auch das Thema Kinderarbeit gehabt.
Wir haben uns aufklären lassen, was die denn arbeiten müssen. Dann
hatten wir auch das Projekt über Teppicharbeit, und dass die dann auch
krank werden und dann hat uns ein Teppichhändler in unserer Stadt erklärt,
wo er seine Teppiche her hat, das es auch aus keiner Fabrik ist, wo jetzt Kinder
arbeiten. Und mit denen haben wir dann eben Brieffreundschaften geschlossen.
Nächstes Thema: "Ernährung"
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