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Zweiter Teil
Themenbereich: Frieden
Anne: Wir wollen jetzt mit der nächsten Diskussionsrunde
anfangen. Ich begrüße sie dazu alle sehr herzlich. Und in dieser
Diskussionsrunde wird es um die Themen gehen: Erstens Frieden, dann Kinderrechte
und Wasser. Wir wollen uns sehr bedanken, dass die Politiker hier alle gekommen
sind und es wäre schön, wenn sie sich jetzt alle vorstellen würden.
Dazu wollen wir noch erklären, dass das rote Mikrofon für die
Politiker ist, die beiden an den Seiten sind für die Kinder und die da
unten stehen für das Publikum, und auch für die Kinder vor allem, die
da im Publikum sitzen. Würden Sie anfangen sich kurz vorzustellen?
Ralf Stöckel: Ja. Schönen guten Tag. Mein Name ist
Rolf Stöckel. Ich bin Kinderbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion und als
solcher auch Mitglied in der Kinderkommission des Bundestages. Ich bin 43 Jahre
alt, habe drei Kinder und freue mich, dass ich hier heute dabei sein kann.
Anne: Danke schön.
Petra Scherer: Ja, mein Name ist Petra Scherer. Ich komme aus
dem Saarländischen Landtag, bin dort unter anderem Mitglied der
Kinderkommission. Ich bin aber nicht nur Landes-, sondern auch
Kommunalpolitikerin und fühle mich daher sozusagen doppelt angesprochen,
weil es ja auch häufig um kommunale Themen geht.
Detlev von Larcher: Hallo, mein Name ist Detlev von Larcher. Ich
bin Mitglied im Finanzausschuss des deutschen Bundestages, d.h. ich gehöre
zu den Politikern, die euren Eltern das Geld aus der Tasche holen, weil ich für
Steuern zuständig bin. Allerdings heute sage ich, ich gehöre auch zu
denen, die das größte Steuersenkungspaket mitbeschlossen haben. Mein
Wahlkreis ist der Landkreis Diepholz hier in Niedersachsen. Der geht von Bremen
bis zum Dümmersee. Ich bin gespannt, wie jetzt die zweite Runde ist. Die
erste fand ich ganz toll und den Kanzler auch.
Reiner König: Ja, schönen guten Tag. Mein Name ist
Reiner König. Ich bin der einzige Nicht-Politiker. Ich bin Vertreter einer
Agentur, die Kommunikation macht, die unter anderem auch Geschäftsstelle
ist für 400 Unternehmen in einem Unternehmensverband, die in einem
umweltpolitischen Unternehmensverband zusammengeschlossen sind, und freue mich
insofern auf Fragen, die um Wirtschaft gehen. Danke.
Sven Borsche: Das stimmt nicht ganz mit dem einzigen
Nicht-Politiker. Ich sage noch mal für die, die jetzt bei der ersten Runde
nicht dabei waren, dass ich Sekretär des Bundesjugendkuratoriums bin und
damit natürlich mit der Politik deswegen sehr viel zu tun habe, weil dieses
Bundesjugendforum in Kinder- und Jugendfragen die Bundesregierung beraten soll.
Mein Name ist Sven Borsche und ich habe mich besonders mit den Kinderrechten
auseinandergesetzt, in meiner vorherigen Tätigkeit und würde auch
gerne etwas dazu sagen, wenn ich gefragt werde.
Anne: Ja, danke schön. Danke schön, dass Sie sich uns
alle vorgestellt haben und ich würde sagen, dass jetzt der Sprecher des
Friedensworkshop einmal vorstellt, was die Arbeitsergebnisse waren.
Konstantin: Ok. Ich bin Konstantin aus Berlin und habe im
Workshop Frieden mitgearbeitet.
Vanessa: Ich bin die Vanessa aus Schramberg und ich habe auch
beim Workshop Frieden mitgemacht.
Konstantin: So. Also als erstes möchte ich sagen, dass ich
es ganz toll finde, wir haben die Vorstellung in 3 Minuten geschafft statt 15.
Das sind 12 Minuten weniger. Das finde ich ganz toll. Zusätzlich finde
ich ganz toll, dass einige Leute geblieben sind. Das finde ich auch ganz toll.
Einen ganz kurzen Applaus dafür, bitte. So. Dann habe ich noch eine
Frage an, was wir vielleicht nachher noch mal klären können, der
letzte Mann, ich habe jetzt auch den Namen vergessen. Sie haben jetzt gesagt,
was Sie arbeiten, aber ich habe keine Ahnung davon, was das ist. Das können
wir vielleicht nachher noch mal klären.
Wir wollen jetzt
eigentlich unsere Forderungen vorstellen im Arbeitskreis Frieden. Da sich
Frieden sehr stark auch mit Gewalt beschäftigt, das hat ja sehr viel damit
zu tun, fordern wir, dass schon früh begonnen wird damit aufzuklären
gegen Gewalt, schon ab der Grundschule und da wollte ich mal fragen, ob das möglich
ist und wie man so etwas erreichen kann?
Rolf Stöckel: Ja natürlich geht das. Also ich will mal
zwei Punkte nur ansprechen. Das eine ist, am Freitag hat der Bundesrat ein ganz
wichtiges Gesetz beschlossen, nämlich das Gesetz, dass alle Kinder ein
Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Das nützt natürlich nicht viel,
wenn wir das nicht alle gemeinsam umsetzen und das richtet sich ja an die
Eltern, es richtet sich eigentlich an alle in der Gesellschaft, die darauf
achten sollen, dass man mehr Respekt vor den Kindern hat, und dass man Konflikte
eben lernt gewaltfrei zu lösen. Das ist nicht immer einfach, weil ich
meine, wem gehen nicht einmal die Nerven durch. Also da kenne wir bestimmt viele
Beispiele. Und das zweite ist: Ich kenne Schulen, ich habe solche Modelle oder
Projekte kennen gelernt, wo von der ersten Klasse an so etwas wie
Deeskalationstraining gemacht wird. Hört sich ganz kompliziert an. Es geht
einfach darum, wir kennen oft die Situation, man streitet sich und man hat dann
auf einmal keine Argumente mehr und fühlt sich im Unrecht, ins Unrecht
gesetzt, und zu Hause hat man gelernt, vielleicht gelernt, dass man solche
Konflikte dann mit Gewalt löst. Und dann macht man das auf dem Schulhof
oder in der Klasse. Und dieses Training soll dazu beitragen, dass man lernt,
sich gewaltfrei auseinander zu setzen. Also solche Modelle gibt es, und ich
glaube, die müssen eigentlich überall stattfinden.
Konstantin: Um das noch mal zu untermauern: Ich habe folgende
Zahl herausgefunden, dass 2/3 der Jugendlichen, die Gewalt ausüben, selber
von ihren Eltern mit Gewalt konfrontiert wurden. Ist es möglich von
der Politik das zu entscheiden, dass das flächendeckend passiert, die Aufklärung
gegen Gewalt?
Detlev von Larcher: Dass die Aufklärung flächendeckend
passiert, das können wir sicherstellen. Das versuchen wir ja auch, aber
nachher kommt es ja wirklich auf die Eltern und auf die Lehrer an. Wir werden
nicht als Politiker in die Familien hineingehen und kontrollieren, ob da Gewalt
ausgeübt wird, das will auch keiner. Aber die Mahnung geht natürlich
an alle Eltern: Auch wenn ihr ungeduldig seid, dann schlagt nicht zu, sondern
argumentiert mit euren Kindern. Vielleicht könnt ihr auch einfach mal, wenn
ihr euch streitet, für eine Minute auseinander gehen oder für zwei,
und dann wiederkommen und sagen, so jetzt sprechen wir in Ruhe miteinander.
Konstantin: Bei uns an der Schule gibt es schon so was wie
Streitschlichtungen und ich wollte fragen, ob man das nicht irgendwie einführen
kann, dass das also an jeder Schule ist, weil das, finde ich, ist ein sehr gutes
Projekt und das bewährt sich auch, auf alle Fälle.
Petra Scherer: Ja, ich finde das auch eine tolle Idee und ich
kann an alle Kinder und Jugendlichen nur appellieren, wenn es so was an eurer
Schule noch nicht gibt, dann sprecht das einfach auch mal an, vielleicht auch
hier die Jugendlichen, die das an ihrer Schule schon haben, damit die euch mal
erzählen, wie das geht, denn ich denke, das Forum hier im Big Tipi ist auch
ein gutes Forum zum Meinungsaustausch oder auch zum Ideenaustausch.
Anne: Ich denke, dass das sehr gut geht und ich glaube es wäre
schön, wenn wir das hier alle in Angriff nehmen würden. Ich denke
auch, dass das klappt.
Kind aus Schramberg: Also ich möchte noch sagen, dass man
vielleicht auch noch etwas dagegen tun sollte, gegen die Computerspiele, wo bloß
rumgeballert wird. Ich find das irgendwie Schwachsinn und da sollte man auch
etwas machen, dass keine neuen Computerspiele mehr rauskommen. Wenn man dann auf
die Straße umherrennt und da jemand rumballert und da wieder. Ich finde,
das bringt einfach nix.
Kind: Es gibt verschiedenen Arten von Gewalt. Man kann z.B.
jemanden schlagen, man kann jemanden misshandeln und ganz viele verschiedene
Arten. Es sind alle grausam eigentlich und ich meine, wenn z.B. ein Vater sein
Kind während des Fußballspiels, wenn er halt gerade Fußball
gucken will, dass er es dann blau schlägt, nur weil es schreit. Ja und ich
meine, wir dürfen schon ein bisschen laut sein, die Kinder, und haben ein
Recht auf Spielen, egal ob gerade Fußball kommt oder so.
Kind: Also eine andere Forderung wäre noch, dass man
weniger gewaltvolle Filmen für Kinder zeigt, in den Trickfilmen ist auch
immer schon Gewalt drin und wenn dann, dass man das erst zu einer späteren
Zeit zeigt.
Konstantin: Kann man da politisch was tun, gegen Gewaltfilme,
ich mein', es gibt jetzt diese FSK, aber oftmals, wenn man ins Kino geht und
Filme ab 12 sieht, dann fragt man sich, ist das denn berechtigt. Kann man nicht
die FSK auch noch kontrollieren?
Rolf Stöckel: Ja. Das Problem ist natürlich, das kann
die Politik nicht alleine. Da können wir auch Gesetze machen und da kann
auch bei jedem gewalttätigen Film vorher eine Anzeige schriftlich laufen:
Dieser Film ist erst ab 14, ab 12, 14, 16 zugelassen. Ihr wisst selbst, dass das
eigentlich nicht hilft. Also ich habe früher auch heimlich Fernsehsendungen
geguckt, obwohl meine Eltern mir das nicht erlaubt haben. Und wenn ihr euch
vorstellt, das Internet hat Milliarden von Seiten, ich weiß auch gar
nicht, wie wir da Jugendschutz hinkriegen wollen. Vielleicht habt ihr da Ideen?
Also die Fachleute sagen mir alle, das ist eigentlich kaum möglich. Man
kann zwar so kriminelle Handlungen, Kinderpornographie und solche Dinge, die
kann man vielleicht verfolgen, aber hinkriegen, dass man da wirklichen
Jugendschutz so organisiert wie im Kino - oder beim Fernsehen eben, das hat auch
nur Appellcharakter. Also da gehört schon richtig eine Menge
Selbstdisziplin dazu und dass die Eltern sich darum kümmern. Also die
Experten auch in den Kontrollgremien, die kümmern sich schon, dass sind
auch wirklich Experten. Aber wenn die Eltern nicht mitmachen und die
Jugendlichen und Kinder nicht mitmachen, funktioniert das einfach nicht.
Kind: Also, ich habe von einem Spiel gehört, da war das so,
vorher war das Blut rot und dann wurde das verboten, und nachdem das Blut lila
war, war das erlaubt, auch für alle eigentlich zugänglich und das ist
auch schwachsinnig. Warum kann man da nicht härtere Maßnahmen machen?
Detlev von Larcher: Also mit dem Vertrieb ist das immer ein
Problem. Man muss immer ein ganz handfestes Beweismittel haben, um etwas
wirklich verbieten zu können. Du kannst ja nicht einfach
Gewaltdarstellungen verbieten, du kannst Kinderpornographie glaube ich
verbieten. Aber ich glaube das ist eines der Gebiete, wo man nicht nur die
Politik fordern darf. Viel wichtiger wäre es, glaube ich, wenn wir alle
zusammen zu Hause und in den Gemeinden und wo wir auch sind, darüber
sprechen, dass Gewalt geächtet gehört und dass man Gewalt auch nicht
zeigen soll. In unserer Marktwirtschaft wird eben das angeboten, was nachgefragt
wird und wenn keiner mehr Gewaltfilme sehen wollte, dann würden auch keine
Gewaltfilme mehr gemacht. Also da muss beides zusammen gehen, die Politik und
die Gesellschaft müssen da zusammenarbeiten.
Kind: Aber finden Sie es nicht Beweis genug, wenn in Spielen wie
z.B. "Hard Life" man durch virtuelle Computerwelten geht und auf
Menschen mit unterschiedlichen Waffen schießt, nur weil jetzt kein Blut fällt,
ist es erlaubt in Deutschland.
Detlev von Larcher: Also ich finde das Gewalt genug, nur
trotzdem gibt es Schwierigkeiten, mein Kollege hat das schon kurz gesagt. Selbst
wenn man es verbietet, dann wird es eben schwarz gemacht. Und das Internet zu
kontrollieren ist wirklich wahnsinnig schwierig.
Konstantin: Kurz bevor es hier weitergeht. Da vorne sind noch
zwei Wortmeldungen. Vielleicht können wir dich erst mal dran nehmen?
Kind aus dem Publikum: Ja. Jeder dritte lässt sich heute
scheiden und ich meine Kinder haben ein Recht mitzureden, wenn sich die Eltern
scheiden lassen, weil es ist schon 'ne Scheiße.
Rolf Stöckel: Also, ich merk schon, ich melde mich zu oft.
Aber ich finde auch das ist ein ganz wichtiges Problem. Ich glaube nicht, dass
die Kinder mitreden sollten, ob sich die Eltern scheiden lassen oder nicht, weil
in der Regel haben die sich das ja gut überlegt, ob's noch geht oder nicht.
Aber Kinder müssen darüber mitentscheiden können, wie sie
anschließend leben wollen mit den getrennt lebenden Eltern, mit Vater und
Mutter. Und finde, da haben wir wirklich einen Nachholbedarf in den Gesetzen, da
müssen die Gerichte die Kinder anhören, was die Besuchsregelungen
angeht, wie oft man in Urlaub fahren will, vielleicht mit dem Elternteil, mit
dem man nicht zusammen lebt. Und hier sagt natürlich ganz klar die
UN-Kinderrechtskonvention, von der ihr heute ja schon gehört habt, dieses
Abkommen, das alle Länder geschlossen haben für die Rechte der Kinder,
dass Kinder eben, dass alle Kinder 'n Recht auf beide Elternteile haben. Und das
muss noch umgesetzt werden, da haben wir Nachholbedarf.
Kind: Ja, aber wenn die Kinder dabei unter Druck leiden, also
wenn sie jetzt lieber bei beiden sind, das ist doch kein Leben finde ich. Ich
meine man braucht die Mutter, man braucht den Vater, die einen erziehen, sonst
geht das nicht. Ich meine, das wäre für mich kein Leben, wenn ich
keine Eltern hätte. Wenn man sich immer nur hasst gegenseitig und nichts
miteinander macht.
Konstantin: Können wir jetzt noch eine Forderung machen?
Kind: Ja also. Eine weitere Forderung war, dass in den Städten
mehr Sicherheit geboten wird, vor Gewalt.
Konstantin: Findet ihr das unwichtig, weil die Reaktion nicht so
war? Findet ihr das schön wie es jetzt ist, dass man oftmals sich gar nicht
mehr sich durch die dunklen, in der Nacht gar nicht mehr so auf die Straße
traut, nur weil man Angst davor hat? Das ist doch nicht mehr freie Entscheidung,
oder?
Detlev von Larcher: Also ich halte es für wichtig, was an
vielen Orten schon gemacht wird, dass die Polizei mehr sichtbar wird, weil sie
mehr auf der Straße Streifen geht. Das ist das eine. Das ist andere ist
natürlich, was heute auch schon angesprochen wurde, dass natürlich
Zivilcourage dazu gehört. Dass wenn man als Unbeteiligter sieht, dass
Gewalt auf der Straße passiert, dass man sich traut sich einzumischen.
Jemanden dazu holen und sich einzumischen, das sind die beiden Möglichkeiten,
die ich sehe, wenn man auf den Straßen wieder sicher sein will. Im übrigen
gibt es natürlich Gegenden, da fühlt man sich überhaupt nicht
sicher. Es wird auch glaube ich, 'n bisschen viel Angst gemacht und die
Situationen werden auch leicht übertrieben. Denn das wird natürlich
immer dargestellt, wenn Gewalt auf der Straße passiert, aber es passiert
Gott sei Dank viel weniger als man glaubt. Aber jeder Gewaltakt ist einer zu
viel.
Konstantin: Aber wie weit soll denn diese Zivilcourage gehen?
Also, ich weiß ja nicht, ich misch mich da jetzt ein, spiel den Helden,
und am Ende lande ich im Krankenhaus. Also irgendwo muss ja 'ne Grenze sein.
Denn die anderen sind ja in der Regel in der Überzahl, also, ich finde, es
ist doch viel besser, wenn man Hilfe holen würde. Wir haben gedacht, dass
es besser ist, Hilfe zu holen und dafür zu sorgen, dass so was verhindert
wird statt und selbst einzumischen.
Detlev von Larcher: Na klar, das ist immer besser, wenn ich die
Polizei schnell anrufen kann, wenn ich 'nen Handy dabei hab'. Aber ich kann dann
auch nicht so lange zusehen, bis die Polizei kommt, wenn einer da gerade
totgeht. Ich will dir mal 'nen Beispiel erzählen. Ich stand mal im Kino, in
'ner langen Schlange an der Kasse, und da kamen von der Straße Jugendliche
'reingerannt und da warfen sich drei auf einen und verprügelten den
richtig. Meinst du, da wär' einer außer mir drauf gekommen, da
dazwischen zu gehen, obwohl wir 50 Erwachsene gewesen sind. Wir hätten die
leicht auseinander halten können. Der, der unten am Boden lag, sprang dann
Gott sei Dank weg und lief in den Kinoraum rein. So hat die Situation sich dann
entspannt. Aber dass die standen und guckten, das finde ich unmöglich.
Anne: Sie wollten auch noch etwas sagen?
Petra Scherer: Ich wollte auch noch was zum Thema Gewalt sagen:
Ich denke, wenn man sich in einer Stadt, in einer Gemeinde sicher fühlen
will, dann gehört zum Beispiel auch dazu, dass es keine dunklen Ecken gibt,
dass alles hell ist, dass alles beleuchtet ist, dass alles offen zugänglich
ist. Und wenn ihr dann in euren Gemeinden, euren Städten das Gefühl
habt, da gibt es eine dunkle Ecke, da fühle ich mich nicht sicher, dann
sollt ihr auch mal die Politiker vor Ort anhauen, den Bürgermeister z.B.
oder die Stadträte und sagen "Hej ihr, da ist 'ne dunkle Ecke, stellt
da mal 'ne Laterne hin". Also keine Hemmungen haben, immer die
Politikerinnen oder die Politiker vor Ort anhauen und auf die Probleme, die's
gibt, einfach aufmerksam machen. Und dann ruhig auch öfter mal nachhaken,
z.B. "Herr Bürgermeister, da ist jetzt immer noch nichts passiert, wir
haben Sie vor drei Wochen schon einmal angesprochen, jetzt tun Sie doch mal
etwas."
Teilnehmerin: Ich wollte noch einmal auf Sie zurück kommen:
Also Sie sagen, unsere Angst, wenn wir abends allein zurück kommen, nicht
nur abends, wenn wir allein in der Stadt unterwegs sind, ist unbegründet
oder was? Dass die Angst unbegründet ist, meinen Sie das?
Detlev von Larcher: Nicht dass die Angst unbegründet ist,
aber durch die Darstellung haben zu viele Leute Angst, obwohl sie auch sicher
nach Hause gehen können. Das ist einfach so. Also wenn du dir anguckst, wie
viele Verb rechen mitten auf der Straße passieren, dann weißt du,
dass die allgemeine Angst übertrieben ist.
Kind: Ja genau. Ich meine, wir sollten die Probleme lösen,
nicht immer nur darüber reden.
Konstantin: Ich wollte noch einmal etwas Allgemeines sagen. Es
sollte laut dem Veranstalter eine Vereinbarung geben über diese Rechte, über
diesen Zukunftsvertrag. Auch hier bei diesen Diskussionen. Das haben wir beim
letzten Mal zeitlich nicht geschafft. Darum wollte ich jetzt damit anfangen,
dass wir das jetzt machen.
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