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Der Kindergipfel 2000:
Die Diskussion mit den Abgeordneten des Deutschen Bundestages

Dies ist die Dokumentation der Diskussion mit deAbgeordneten des Deutschen Bundestages während des Kindergipfels 2000 am 2.Oktober 2000 in Hannover. Ihr könnt den Text als Word Datei (Word 2.0, 104 KB) oder Rich Text (112 KB) laden.



Zweiter Teil

Themenbereich: Frieden

Anne:
Wir wollen jetzt mit der nächsten Diskussionsrunde anfangen. Ich begrüße sie dazu alle sehr herzlich. Und in dieser Diskussionsrunde wird es um die Themen gehen: Erstens Frieden, dann Kinderrechte und Wasser. Wir wollen uns sehr bedanken, dass die Politiker hier alle gekommen sind und es wäre schön, wenn sie sich jetzt alle vorstellen würden.
Dazu wollen wir noch erklären, dass das rote Mikrofon für die Politiker ist, die beiden an den Seiten sind für die Kinder und die da unten stehen für das Publikum, und auch für die Kinder vor allem, die da im Publikum sitzen.
Würden Sie anfangen sich kurz vorzustellen?

Ralf Stöckel:
Ja. Schönen guten Tag. Mein Name ist Rolf Stöckel. Ich bin Kinderbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion und als solcher auch Mitglied in der Kinderkommission des Bundestages. Ich bin 43 Jahre alt, habe drei Kinder und freue mich, dass ich hier heute dabei sein kann.

Anne:
Danke schön.

Petra Scherer:
Ja, mein Name ist Petra Scherer. Ich komme aus dem Saarländischen Landtag, bin dort unter anderem Mitglied der Kinderkommission. Ich bin aber nicht nur Landes-, sondern auch Kommunalpolitikerin und fühle mich daher sozusagen doppelt angesprochen, weil es ja auch häufig um kommunale Themen geht.

Detlev von Larcher:
Hallo, mein Name ist Detlev von Larcher. Ich bin Mitglied im Finanzausschuss des deutschen Bundestages, d.h. ich gehöre zu den Politikern, die euren Eltern das Geld aus der Tasche holen, weil ich für Steuern zuständig bin. Allerdings heute sage ich, ich gehöre auch zu denen, die das größte Steuersenkungspaket mitbeschlossen haben. Mein Wahlkreis ist der Landkreis Diepholz hier in Niedersachsen. Der geht von Bremen bis zum Dümmersee. Ich bin gespannt, wie jetzt die zweite Runde ist. Die erste fand ich ganz toll und den Kanzler auch.

Reiner König:
Ja, schönen guten Tag. Mein Name ist Reiner König. Ich bin der einzige Nicht-Politiker. Ich bin Vertreter einer Agentur, die Kommunikation macht, die unter anderem auch Geschäftsstelle ist für 400 Unternehmen in einem Unternehmensverband, die in einem umweltpolitischen Unternehmensverband zusammengeschlossen sind, und freue mich insofern auf Fragen, die um Wirtschaft gehen. Danke.

Sven Borsche:
Das stimmt nicht ganz mit dem einzigen Nicht-Politiker. Ich sage noch mal für die, die jetzt bei der ersten Runde nicht dabei waren, dass ich Sekretär des Bundesjugendkuratoriums bin und damit natürlich mit der Politik deswegen sehr viel zu tun habe, weil dieses Bundesjugendforum in Kinder- und Jugendfragen die Bundesregierung beraten soll. Mein Name ist Sven Borsche und ich habe mich besonders mit den Kinderrechten auseinandergesetzt, in meiner vorherigen Tätigkeit und würde auch gerne etwas dazu sagen, wenn ich gefragt werde.

Anne:
Ja, danke schön. Danke schön, dass Sie sich uns alle vorgestellt haben und ich würde sagen, dass jetzt der Sprecher des Friedensworkshop einmal vorstellt, was die Arbeitsergebnisse waren.

Konstantin:
Ok. Ich bin Konstantin aus Berlin und habe im Workshop Frieden mitgearbeitet.

Vanessa:
Ich bin die Vanessa aus Schramberg und ich habe auch beim Workshop Frieden mitgemacht.

Konstantin:
So. Also als erstes möchte ich sagen, dass ich es ganz toll finde, wir haben die Vorstellung in 3 Minuten geschafft statt 15. Das sind 12 Minuten weniger. Das finde ich ganz toll.
Zusätzlich finde ich ganz toll, dass einige Leute geblieben sind. Das finde ich auch ganz toll. Einen ganz kurzen Applaus dafür, bitte.
So. Dann habe ich noch eine Frage an, was wir vielleicht nachher noch mal klären können, der letzte Mann, ich habe jetzt auch den Namen vergessen. Sie haben jetzt gesagt, was Sie arbeiten, aber ich habe keine Ahnung davon, was das ist. Das können wir vielleicht nachher noch mal klären.

Wir wollen jetzt eigentlich unsere Forderungen vorstellen im Arbeitskreis Frieden. Da sich Frieden sehr stark auch mit Gewalt beschäftigt, das hat ja sehr viel damit zu tun, fordern wir, dass schon früh begonnen wird damit aufzuklären gegen Gewalt, schon ab der Grundschule und da wollte ich mal fragen, ob das möglich ist und wie man so etwas erreichen kann?

Rolf Stöckel:
Ja natürlich geht das. Also ich will mal zwei Punkte nur ansprechen. Das eine ist, am Freitag hat der Bundesrat ein ganz wichtiges Gesetz beschlossen, nämlich das Gesetz, dass alle Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Das nützt natürlich nicht viel, wenn wir das nicht alle gemeinsam umsetzen und das richtet sich ja an die Eltern, es richtet sich eigentlich an alle in der Gesellschaft, die darauf achten sollen, dass man mehr Respekt vor den Kindern hat, und dass man Konflikte eben lernt gewaltfrei zu lösen. Das ist nicht immer einfach, weil ich meine, wem gehen nicht einmal die Nerven durch. Also da kenne wir bestimmt viele Beispiele. Und das zweite ist: Ich kenne Schulen, ich habe solche Modelle oder Projekte kennen gelernt, wo von der ersten Klasse an so etwas wie Deeskalationstraining gemacht wird. Hört sich ganz kompliziert an. Es geht einfach darum, wir kennen oft die Situation, man streitet sich und man hat dann auf einmal keine Argumente mehr und fühlt sich im Unrecht, ins Unrecht gesetzt, und zu Hause hat man gelernt, vielleicht gelernt, dass man solche Konflikte dann mit Gewalt löst. Und dann macht man das auf dem Schulhof oder in der Klasse. Und dieses Training soll dazu beitragen, dass man lernt, sich gewaltfrei auseinander zu setzen. Also solche Modelle gibt es, und ich glaube, die müssen eigentlich überall stattfinden.

Konstantin:
Um das noch mal zu untermauern: Ich habe folgende Zahl herausgefunden, dass 2/3 der Jugendlichen, die Gewalt ausüben, selber von ihren Eltern mit Gewalt konfrontiert wurden.
Ist es möglich von der Politik das zu entscheiden, dass das flächendeckend passiert, die Aufklärung gegen Gewalt?

Detlev von Larcher:
Dass die Aufklärung flächendeckend passiert, das können wir sicherstellen. Das versuchen wir ja auch, aber nachher kommt es ja wirklich auf die Eltern und auf die Lehrer an. Wir werden nicht als Politiker in die Familien hineingehen und kontrollieren, ob da Gewalt ausgeübt wird, das will auch keiner. Aber die Mahnung geht natürlich an alle Eltern: Auch wenn ihr ungeduldig seid, dann schlagt nicht zu, sondern argumentiert mit euren Kindern. Vielleicht könnt ihr auch einfach mal, wenn ihr euch streitet, für eine Minute auseinander gehen oder für zwei, und dann wiederkommen und sagen, so jetzt sprechen wir in Ruhe miteinander.

Konstantin:
Bei uns an der Schule gibt es schon so was wie Streitschlichtungen und ich wollte fragen, ob man das nicht irgendwie einführen kann, dass das also an jeder Schule ist, weil das, finde ich, ist ein sehr gutes Projekt und das bewährt sich auch, auf alle Fälle.

Petra Scherer:
Ja, ich finde das auch eine tolle Idee und ich kann an alle Kinder und Jugendlichen nur appellieren, wenn es so was an eurer Schule noch nicht gibt, dann sprecht das einfach auch mal an, vielleicht auch hier die Jugendlichen, die das an ihrer Schule schon haben, damit die euch mal erzählen, wie das geht, denn ich denke, das Forum hier im Big Tipi ist auch ein gutes Forum zum Meinungsaustausch oder auch zum Ideenaustausch.

Anne:
Ich denke, dass das sehr gut geht und ich glaube es wäre schön, wenn wir das hier alle in Angriff nehmen würden. Ich denke auch, dass das klappt.

Kind aus Schramberg:
Also ich möchte noch sagen, dass man vielleicht auch noch etwas dagegen tun sollte, gegen die Computerspiele, wo bloß rumgeballert wird. Ich find das irgendwie Schwachsinn und da sollte man auch etwas machen, dass keine neuen Computerspiele mehr rauskommen. Wenn man dann auf die Straße umherrennt und da jemand rumballert und da wieder. Ich finde, das bringt einfach nix.

Kind:
Es gibt verschiedenen Arten von Gewalt. Man kann z.B. jemanden schlagen, man kann jemanden misshandeln und ganz viele verschiedene Arten. Es sind alle grausam eigentlich und ich meine, wenn z.B. ein Vater sein Kind während des Fußballspiels, wenn er halt gerade Fußball gucken will, dass er es dann blau schlägt, nur weil es schreit. Ja und ich meine, wir dürfen schon ein bisschen laut sein, die Kinder, und haben ein Recht auf Spielen, egal ob gerade Fußball kommt oder so.

Kind:
Also eine andere Forderung wäre noch, dass man weniger gewaltvolle Filmen für Kinder zeigt, in den Trickfilmen ist auch immer schon Gewalt drin und wenn dann, dass man das erst zu einer späteren Zeit zeigt.

Konstantin:
Kann man da politisch was tun, gegen Gewaltfilme, ich mein', es gibt jetzt diese FSK, aber oftmals, wenn man ins Kino geht und Filme ab 12 sieht, dann fragt man sich, ist das denn berechtigt. Kann man nicht die FSK auch noch kontrollieren?

Rolf Stöckel:
Ja. Das Problem ist natürlich, das kann die Politik nicht alleine. Da können wir auch Gesetze machen und da kann auch bei jedem gewalttätigen Film vorher eine Anzeige schriftlich laufen: Dieser Film ist erst ab 14, ab 12, 14, 16 zugelassen. Ihr wisst selbst, dass das eigentlich nicht hilft. Also ich habe früher auch heimlich Fernsehsendungen geguckt, obwohl meine Eltern mir das nicht erlaubt haben. Und wenn ihr euch vorstellt, das Internet hat Milliarden von Seiten, ich weiß auch gar nicht, wie wir da Jugendschutz hinkriegen wollen. Vielleicht habt ihr da Ideen? Also die Fachleute sagen mir alle, das ist eigentlich kaum möglich. Man kann zwar so kriminelle Handlungen, Kinderpornographie und solche Dinge, die kann man vielleicht verfolgen, aber hinkriegen, dass man da wirklichen Jugendschutz so organisiert wie im Kino - oder beim Fernsehen eben, das hat auch nur Appellcharakter. Also da gehört schon richtig eine Menge Selbstdisziplin dazu und dass die Eltern sich darum kümmern. Also die Experten auch in den Kontrollgremien, die kümmern sich schon, dass sind auch wirklich Experten. Aber wenn die Eltern nicht mitmachen und die Jugendlichen und Kinder nicht mitmachen, funktioniert das einfach nicht.

Kind:
Also, ich habe von einem Spiel gehört, da war das so, vorher war das Blut rot und dann wurde das verboten, und nachdem das Blut lila war, war das erlaubt, auch für alle eigentlich zugänglich und das ist auch schwachsinnig. Warum kann man da nicht härtere Maßnahmen machen?

Detlev von Larcher:
Also mit dem Vertrieb ist das immer ein Problem. Man muss immer ein ganz handfestes Beweismittel haben, um etwas wirklich verbieten zu können. Du kannst ja nicht einfach Gewaltdarstellungen verbieten, du kannst Kinderpornographie glaube ich verbieten. Aber ich glaube das ist eines der Gebiete, wo man nicht nur die Politik fordern darf. Viel wichtiger wäre es, glaube ich, wenn wir alle zusammen zu Hause und in den Gemeinden und wo wir auch sind, darüber sprechen, dass Gewalt geächtet gehört und dass man Gewalt auch nicht zeigen soll. In unserer Marktwirtschaft wird eben das angeboten, was nachgefragt wird und wenn keiner mehr Gewaltfilme sehen wollte, dann würden auch keine Gewaltfilme mehr gemacht. Also da muss beides zusammen gehen, die Politik und die Gesellschaft müssen da zusammenarbeiten.

Kind:
Aber finden Sie es nicht Beweis genug, wenn in Spielen wie z.B. "Hard Life" man durch virtuelle Computerwelten geht und auf Menschen mit unterschiedlichen Waffen schießt, nur weil jetzt kein Blut fällt, ist es erlaubt in Deutschland.

Detlev von Larcher:
Also ich finde das Gewalt genug, nur trotzdem gibt es Schwierigkeiten, mein Kollege hat das schon kurz gesagt. Selbst wenn man es verbietet, dann wird es eben schwarz gemacht. Und das Internet zu kontrollieren ist wirklich wahnsinnig schwierig.

Konstantin:
Kurz bevor es hier weitergeht. Da vorne sind noch zwei Wortmeldungen. Vielleicht können wir dich erst mal dran nehmen?

Kind aus dem Publikum:
Ja. Jeder dritte lässt sich heute scheiden und ich meine Kinder haben ein Recht mitzureden, wenn sich die Eltern scheiden lassen, weil es ist schon 'ne Scheiße.

Rolf Stöckel:
Also, ich merk schon, ich melde mich zu oft. Aber ich finde auch das ist ein ganz wichtiges Problem. Ich glaube nicht, dass die Kinder mitreden sollten, ob sich die Eltern scheiden lassen oder nicht, weil in der Regel haben die sich das ja gut überlegt, ob's noch geht oder nicht. Aber Kinder müssen darüber mitentscheiden können, wie sie anschließend leben wollen mit den getrennt lebenden Eltern, mit Vater und Mutter. Und finde, da haben wir wirklich einen Nachholbedarf in den Gesetzen, da müssen die Gerichte die Kinder anhören, was die Besuchsregelungen angeht, wie oft man in Urlaub fahren will, vielleicht mit dem Elternteil, mit dem man nicht zusammen lebt. Und hier sagt natürlich ganz klar die UN-Kinderrechtskonvention, von der ihr heute ja schon gehört habt, dieses Abkommen, das alle Länder geschlossen haben für die Rechte der Kinder, dass Kinder eben, dass alle Kinder 'n Recht auf beide Elternteile haben. Und das muss noch umgesetzt werden, da haben wir Nachholbedarf.

Kind:
Ja, aber wenn die Kinder dabei unter Druck leiden, also wenn sie jetzt lieber bei beiden sind, das ist doch kein Leben finde ich. Ich meine man braucht die Mutter, man braucht den Vater, die einen erziehen, sonst geht das nicht. Ich meine, das wäre für mich kein Leben, wenn ich keine Eltern hätte. Wenn man sich immer nur hasst gegenseitig und nichts miteinander macht.

Konstantin:
Können wir jetzt noch eine Forderung machen?

Kind:
Ja also. Eine weitere Forderung war, dass in den Städten mehr Sicherheit geboten wird, vor Gewalt.

Konstantin:
Findet ihr das unwichtig, weil die Reaktion nicht so war? Findet ihr das schön wie es jetzt ist, dass man oftmals sich gar nicht mehr sich durch die dunklen, in der Nacht gar nicht mehr so auf die Straße traut, nur weil man Angst davor hat? Das ist doch nicht mehr freie Entscheidung, oder?

Detlev von Larcher:
Also ich halte es für wichtig, was an vielen Orten schon gemacht wird, dass die Polizei mehr sichtbar wird, weil sie mehr auf der Straße Streifen geht. Das ist das eine. Das ist andere ist natürlich, was heute auch schon angesprochen wurde, dass natürlich Zivilcourage dazu gehört. Dass wenn man als Unbeteiligter sieht, dass Gewalt auf der Straße passiert, dass man sich traut sich einzumischen. Jemanden dazu holen und sich einzumischen, das sind die beiden Möglichkeiten, die ich sehe, wenn man auf den Straßen wieder sicher sein will. Im übrigen gibt es natürlich Gegenden, da fühlt man sich überhaupt nicht sicher. Es wird auch glaube ich, 'n bisschen viel Angst gemacht und die Situationen werden auch leicht übertrieben. Denn das wird natürlich immer dargestellt, wenn Gewalt auf der Straße passiert, aber es passiert Gott sei Dank viel weniger als man glaubt. Aber jeder Gewaltakt ist einer zu viel.

Konstantin:
Aber wie weit soll denn diese Zivilcourage gehen? Also, ich weiß ja nicht, ich misch mich da jetzt ein, spiel den Helden, und am Ende lande ich im Krankenhaus. Also irgendwo muss ja 'ne Grenze sein. Denn die anderen sind ja in der Regel in der Überzahl, also, ich finde, es ist doch viel besser, wenn man Hilfe holen würde. Wir haben gedacht, dass es besser ist, Hilfe zu holen und dafür zu sorgen, dass so was verhindert wird statt und selbst einzumischen.

Detlev von Larcher:
Na klar, das ist immer besser, wenn ich die Polizei schnell anrufen kann, wenn ich 'nen Handy dabei hab'. Aber ich kann dann auch nicht so lange zusehen, bis die Polizei kommt, wenn einer da gerade totgeht. Ich will dir mal 'nen Beispiel erzählen. Ich stand mal im Kino, in 'ner langen Schlange an der Kasse, und da kamen von der Straße Jugendliche 'reingerannt und da warfen sich drei auf einen und verprügelten den richtig. Meinst du, da wär' einer außer mir drauf gekommen, da dazwischen zu gehen, obwohl wir 50 Erwachsene gewesen sind. Wir hätten die leicht auseinander halten können. Der, der unten am Boden lag, sprang dann Gott sei Dank weg und lief in den Kinoraum rein. So hat die Situation sich dann entspannt. Aber dass die standen und guckten, das finde ich unmöglich.

Anne:
Sie wollten auch noch etwas sagen?

Petra Scherer:
Ich wollte auch noch was zum Thema Gewalt sagen: Ich denke, wenn man sich in einer Stadt, in einer Gemeinde sicher fühlen will, dann gehört zum Beispiel auch dazu, dass es keine dunklen Ecken gibt, dass alles hell ist, dass alles beleuchtet ist, dass alles offen zugänglich ist. Und wenn ihr dann in euren Gemeinden, euren Städten das Gefühl habt, da gibt es eine dunkle Ecke, da fühle ich mich nicht sicher, dann sollt ihr auch mal die Politiker vor Ort anhauen, den Bürgermeister z.B. oder die Stadträte und sagen "Hej ihr, da ist 'ne dunkle Ecke, stellt da mal 'ne Laterne hin". Also keine Hemmungen haben, immer die Politikerinnen oder die Politiker vor Ort anhauen und auf die Probleme, die's gibt, einfach aufmerksam machen. Und dann ruhig auch öfter mal nachhaken, z.B. "Herr Bürgermeister, da ist jetzt immer noch nichts passiert, wir haben Sie vor drei Wochen schon einmal angesprochen, jetzt tun Sie doch mal etwas."

Teilnehmerin:
Ich wollte noch einmal auf Sie zurück kommen: Also Sie sagen, unsere Angst, wenn wir abends allein zurück kommen, nicht nur abends, wenn wir allein in der Stadt unterwegs sind, ist unbegründet oder was? Dass die Angst unbegründet ist, meinen Sie das?

Detlev von Larcher:
Nicht dass die Angst unbegründet ist, aber durch die Darstellung haben zu viele Leute Angst, obwohl sie auch sicher nach Hause gehen können. Das ist einfach so. Also wenn du dir anguckst, wie viele Verb rechen mitten auf der Straße passieren, dann weißt du, dass die allgemeine Angst übertrieben ist.

Kind:
Ja genau. Ich meine, wir sollten die Probleme lösen, nicht immer nur darüber reden.

Konstantin:
Ich wollte noch einmal etwas Allgemeines sagen. Es sollte laut dem Veranstalter eine Vereinbarung geben über diese Rechte, über diesen Zukunftsvertrag. Auch hier bei diesen Diskussionen. Das haben wir beim letzten Mal zeitlich nicht geschafft. Darum wollte ich jetzt damit anfangen, dass wir das jetzt machen.

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Letzte Änderung am 25.09.2001 durch Günter Klarner