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Der Kindergipfel 2000

Das war der Kindergipfel 2000:

Vorbereitung des Kindergipfels:

Einstieg in den Kindergipfel

Das ist der Gipfel - Präsentationsveranstaltung im Big Tipi

Das Abendprogramm

So geht es weiter:

Kindergipfel 2000 der Naturfreundejugend Deutschlands

Kinder überreichen Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Zukunftsvertrag mit deutlichen Forderungen

"In zwei Jahren sehen wir uns wieder"

von Ansgar Drücker

Die Naturfreundejugend Deutschlands hat am ersten Oktoberwochenende in Hannover den "Kindergipfel 2000" veranstaltet. Kinder zwischen 12 und 15 Jahren haben ihre Vorstellung von einer lebenswerten Zukunft zusammen getragen und ihre Vorstellungen und Forderungen in einem Zukunftsvertrag formuliert. Diesen Vertrag haben sie dann am Montag Bundeskanzler Gerhard Schröder überreicht, der mit den Teilnehmern des Kindergipfels über ihre Forderungen diskutierte.

Ein sichtlich gut gelaunter Kanzler sah sich dabei mit klaren Forderungen der jungen Staatsbürger konfrontiert, die sich mit ausweichenden Antworten nicht zufrieden gaben. "Geht nicht gibt's nicht", so ein elfjähriger Teilnehmer aus dem württembergischen Schramberg.

Weiterhin ist Umweltschutz ein wichtiges Thema für Kinder und Jugendliche. Da sie über ökologische Zusammenhänge bestens informiert sind, war ihre Forderung eindeutig: Die Bundesregierung müsse den Umweltschutz ernster nehmen, noch immer gäbe es zu wenig Wärmedämmung und zu viele Schadstoffe in der Luft. "Seine Zigarre darf der Kanzler aber behalten", so eine Teilnehmerin augenzwinkernd.

Die Kinder forderten den "Automann" Schröder auf, dafür zu sorgen, dass in den Wohngebieten und vor Schulen der Autoverkehr zurückgedrängt wird. Sie schlugen autofreie Sonntage vor und forderten mehr Radwege. Rückendeckung bekam der Kanzler für seinen Vorsatz, an der Ökosteuer festzuhalten allerdings wollen dieTeilnehmer des Kindergipfels die Einnahmen ausschließlich für Umweltprojekte verwendet wissen. "Unterstützt mich, dass ich an der Ökosteuer festhalten kann", bat der Kanzler die Kinder.

Auch der Kampf gegen Armut war den Jugendlichen ein wichtiges Anliegen, sowohl in Deutschland als auch weltweit. Für Deutschland forderten sie einen stärkeren sozialen Ausgleich für Kinder aus armen Familien. Außerdem forderten sie einen Schuldenerlass für die Entwicklungsländer. Der Kanzler entgegnete, dass die Regierung hier einmal schneller als die Kinder gewesen sei und dies schon erledigt habe. Doch der bisherige Schuldenerlass nur für die 20 ärmsten der armen Länder ging den Teilnehmern des Kindergipfels nicht weit genug

Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt richtete sich in einem Grußwort an die Kinder: "Kinder nutzen Straßen als Treffpunkt und als Raum zum Spielen... Die Bundesregierung wird sich auch künftig... dafür einsetzen, die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr sowie die Qualität des Wohnumfeldes zu verbessern." Seine Schlussfolgerung blieb nach Meinung der Kinder aber zu allgemein und unverbindlich.

Vorgestellt wurde der Zukunftsvertrag während der Präsentationsveranstaltung "Das ist der Gipfel auf der Expo - Redezeit für Kinder". Die Kinder fordern die Politiker auf, sich für den von ihnen erarbeiteten Zukunftsvertrag stark zu machen. Der Bundeskanzler hat den Kindern fest versprochen, auch zum nächsten Kindergipfel im Jahre 2002 zu kommen. Dann wird die Umsetzung des Zukunftsvertrages von den Kindern überprüft werden. "In zwei Jahren sehen wir uns wieder", so ein zufriedener Bundeskanzler.

Anschließend wurden die Ergebnisse des Kindergipfels mit Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen und der Kinderkommission des Deutschen Bundestages diskutiert. Stellvertretend für die Kinderkommission nahm der SPD-Abgeordnete Ralf Stöckel den Zukunftsvertrag entgegen und versprach ihn auf der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung zu setzen.

Eröffnet wurde der Kindergipfel von Hannovers Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg, der gemeinsam mit den Teilnehmern eine Kindergipfeltorte anschnitt. Er dankte der Naturfreundejugend Deutschlands für die Ausrichtung des Kindergipfels und beschrieb das Nebeneinander von über 170 Nationen auf der Expo als Modell für das friedliche Zusammenleben der Völker. Nur so könnten weltweite Probleme wie Kinderarmut und Hunger gelöst werden.

Umrahmt wurde der Kindergipfel auf der Expo von einer Ausstellungswoche zum Thema Kinderrechte, die die Naturfreundejugend Deutschlands im Big Tipi veranstaltet hat. Der Kinder- und Jugendverband der Naturfreunde stellte seine Kampagne "Kinder haben Rechte - Kinderrechte" vor und konnte sich damit auf der Weltausstellung erfolgreich als Lobby für Kinder präsentieren.

Ansgar Drücker ist Bildungsreferent in der Bundesgeschäftsstelle der Naturfreundejugend Deutschlands und hat die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Kindergipfel koordiniert




Der Kindergipfel ist ein Projekt der Naturfreundejugend Deutschlands

und der Zeitschrift

mit Unterstützung durch

der Akademie Remscheid für musische Bildung und Medienerziehung
Gefördert durch die Stiftung Jugendmarke

Letzte Änderung am 25.09.2001 durch Günter Klarner